Untitled design (3)

Lymphödem-Chirurgie erhält Auszeichnung

Von Christian Goldmann 

Große Anerkennung für die Arbeit von Klinikdirektor Dr. Lucian Jiga: Seine herausragenden Bemühungen um die Behandlung von Patienten mit Lymphödem haben eine internationale Würdigung erhalten. Das Lymphatic Education & Research Network (LE&RN) mit Sitz in New York hat das Evangelische Krankenhaus als Surgery Center of Excellence in Lymphatic Disease ausgezeichnet. Jiga erklärt dazu: „Übersetzt ins Deutsche dürfen wir uns jetzt als Exzellenzzentrum in der chirurgischen Behandlung von Lymphödemen bezeichnen. Und darauf können wir stolz sein, weil wir in Deutschland das einzige und erste Zentrum dieser Art sind.“  

Um diese renommierte Auszeichnung zu erhalten, mussten Jiga und sein Team aus der Klinik für Plastische, Ästhetische, Rekonstruktive und Handchirurgie eine Menge Vorarbeit leisten. „Neben den medizinischen Fähigkeiten, die wir am EV haben, müssen wir ein gutes Netzwerk vorweisen können, in dem wir eine optimale begleitende und Nachbehandlung anbieten können. Zudem müssen wir uns im Bereich der Forschung engagieren und über eine adäquate Ausstattung verfügen.“ Eine bedeutende Rolle spielt dabei das Ende des vergangenen Jahres angeschaffte Hochleistungsmikroskop von der Firma Mitaka, das rund 540.000 Euro gekostet hat und beeindruckende Vergrößerungen von allerkleinsten Gefäßen vorweisen kann. In den vergangenen Monaten konnte es bereits viele gute Dienste leisten.

Optimale Behandlung

Lucian Jiga ist sich sicher, dass die Zertifizierung noch mehr Patienten zur chirurgischen Lymphödem-Behandlung ins EV ziehen wird, die eine optimale Behandlung ihrer Lymphödem-Problematik erwarten können. „Die Auszeichnung von LE&RN ist für mich eine Ehre und eine Verpflichtung zugleich, unsere hohe Expertise nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern weiter auszubauen. Mit der aktiven Einbindung in das LE&RN-Netzwerk können wir besser in aktuelle Forschungsvorhaben eingebunden werden und langfristig von medizinischen Innovationen profitieren.“ Nicht zuletzt möchte der Klinikdirektor den Kollegen vom Pius-Hospital Chefarzt Prof. Dr. Dirk Weyhe und Oberarzt Dimitry Khmara danken, die mit ihren viszeralchirurgischen Fähigkeiten eine erfolgreiche Lymphödem-Behandlung erst möglich machen. 

Kontakt

Telefon: 0441-2362590

E-Mail: kontakt.lymphzentrum@ev-ol.de

Kontakt

Telefon: 0441-2362590

E-Mail: kontakt.lymphzentrum@ev-ol.de

Infobox

Das Lymphödem

Von Christian Goldmann 

Ein Lymphödem ist eine chronische Erkrankung des Lymphsystems. Dabei kommt es zu einer sicht- und tastbaren Schwellung von Körperteilen (meist Arme oder Beine), weil die Lymphflüssigkeit nicht mehr ausreichend abtransportiert werden kann und sich im Gewebe ansammelt. 

Ursachen und Formen

Man unterscheidet grundsätzlich zwei Arten des Lymphödems: 

  1. Primäres Lymphödem: Es ist angeboren. Die Ursache liegt in fehlenden oder fehlangelegten Lymphgefäßen. Die Schwellung kann direkt nach der Geburt oder erst im Laufe des Lebens auftreten. 

  2. Sekundäres Lymphödem: Es ist erworben. Die Lymphbahnen wurden durch äußere Einflüsse geschädigt, zum Beispiel durch Operationen (häufig nach Brustkrebs-OPs), Bestrahlungen, Entzündungen oder schwere Verletzungen. 

Symptome und Krankheitsverlauf

Ein Lymphödem tritt meist einseitig oder asymmetrisch auf. Typische Anzeichen sind: 

  • Ein Gefühl von Schwere oder Spannung in der betroffenen Extremität. 

  • Schwellungen, bei denen nach Druck mit dem Finger eine Delle im Gewebe zurückbleibt (im frühen Stadium). 

  • Stemmer-Zeichen: Wenn sich die Hautfalte über der zweiten Zehe oder dem Mittelfinger nicht mehr abheben lässt, gilt dies als klinisches Anzeichen für ein Lymphödem. 

Ohne Behandlung verhärtet sich das Gewebe im weiteren Verlauf (Fibrose) und die Infektionsgefahr (z. B. Wundrose) steigt. 

Therapie

Neben operativen Verfahren kann das Lymphödem auch mit der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE) behandelt werden. Diese besteht aus vier Säulen. 

  • Manuelle Lymphdrainage (MLD): Eine spezielle Massageform zur Aktivierung des Abflusses. 

  • Kompressionstherapie: Einsatz von Bandagen oder Kompressionsstrümpfen. 

  • Hautpflege: Um Infektionen und Risse in der gespannten Haut zu vermeiden. 

  • Bewegungstherapie: Gezielte Übungen unter Kompression fördern die „Muskelpumpe“.